Steckbrief zu koagulase positiven Staphylokokken und Staphylococcus aureus
Steckbrief zu koagulase positiven Staphylokokken und Staphylococcus aureus in Lebensmitteln
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Allgemeines Da S. aureus-Intoxikationen durch Lebensmittel nicht meldepflichtig sind, ist die genaue Anzahl dieser Erkrankungen nicht bekannt. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung bei Menschen und Tieren, kann man jedoch davon ausgehen, dass sie zu den häufigsten Verursachern von lebensmittelbedingten Magen-Darm-Erkrankungen gehören. Häufig ist der Mensch der Ausgangspunkt einer Kontamination von Lebensmitteln. Jedoch können auch rohe tierische Lebensmittel (z. B. Rohmilch) mit diesem Erreger belastet sein. Eigenschaften
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Herkunft / Auftreten
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Bedeutung
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Wichtig Es existieren auch antibiotikaresistente Stämme (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus – MRSA), die z. B. schwere Wundinfektionen hervorrufen können. Diese Infektionen werden meist im Krankenhaus auf Patienten übertragen. Auch Nutztiere können diesen Erreger beherbergen. Deshalb kann auch Fleisch mit MRSA kontaminiert sein. Allerdings stellen MRSA in Lebensmitteln keine akute Gesundheitsgefahr für den Verbraucher dar. |
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Krankheitsbild
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Beispiel von betroffenen Lebensmitteln
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Vermehrungsbedingungen und Toxinproduktion
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Abtötung durch Erhitzen
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| Mögliche Ursachen für überhöhte Keimzahlen | Vorschläge für Maßnahmen |
| Fehler bei der Personalhygiene: Dadurch kann es zur Übertragung von (gefährlichen) Mikroorganismen auf z.B. produktberührende Arbeitsgegenstände oder Lebensmittel kommen. Mögliche Fehler sind z.B. unzureichende Händehygiene oder Handschuhwechsel, Mängel bei der Körperhygiene, verunreinigte Arbeitskleidung oder fehlerhaftes Verhalten bei Erkrankungen (Mängel beim Infektionsschutz) |
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Mängel beim Infektionsschutz:
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| Fehler bei der Reinigung und Desinfektion: Die Folge sind Kontaminationen von Lebensmitteln durch z.B. mikrobiell verunreinigte Arbeitsgeräte, -gegenständen, -oberflächen oder Maschinen |
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| Fehler bei der Kühlung oder zu lange Haltbarkeitsdauer: Die Folge ist eine zu starke Vermehrung von Mikroorganismen aufgrund von Unterbrechungen der Kühlkette, zu hohe Lagertemperaturen oder einer Überlagerung (zu lange Haltbarkeit) der Lebensmittel |
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| Unzureichende Trennung von „rein und unrein“: Die Folge sind unerwünschte Verunreinigungen reiner Arbeitsbereiche, Geräte oder keimarmer Lebensmittel mit Mikroorganismen, die von „unreinen“ Tätigkeiten oder Lebensmitteln mit hoher Keimbelastung stammen (Kreuz-kontaminationen) |
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| Einsatz mikrobiell belasteter Rohstoffe oder Zutaten: Sind im Prozess keine sicheren Abtötungsschritte vorhanden, können die daraus hergestellten Lebensmittel potenziell mikrobiell belastet sein (z. B. Rohmilch) |
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| Fehler beim Erhitzen, Warmhalten oder Abkühlen: Die Folge ist eine unzureichende Abtötung von Mikroorganismen aufgrund unzureichender Erhitzung oder eine starke Keimvermehrung aufgrund zu niedriger Warmhaltetemperaturen in Verbindung mit zu langen Abkühlphasen |
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| Fehlerhafte Reife- und Fermentationsprozesse: Die Folge sind z.B. unerwünschte Vermehrung oder eine unzureichende Abtötung von Mikroorganismen |
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| Fehler beim landwirtschaftlichen Anbau, Ernte oder nachgelagerten Prozessen: Kontamination von pflanzlichen Lebensmitteln beim Anbau durch Ausscheidungen von Tieren, verunreinigtes Wasser bzw. Düngemittel oder Personal |
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Weitere Informationen und Literatur
www.bfr.bund.de unter: „Lebensmittelsicherheit“ → „Mikrobielle Risiken von Lebensmitteln“
www.bmel.de unter: „Themen“ → „Verbraucherschutz“ → „Lebensmittelsicherheit“
www.bvl.bund.de unter: „Arbeitsbereiche“ → „Lebensmittel“→ „Unerwünschte Stoffe und Organismen“
www.laves.niedersachsen.de unter: „Lebensmittel“ → „Lebensmittelhygiene“
www.lgl.bayern.de unter: „Lebensmittel“ → „Hygiene“
www.rki.de unter: „Infektionskrankheiten A-Z“/ „Mikrobiologische Diagnostik A-Z“
