Neue DGK-Publikation: Messunsicherheiten bei mikrobiologischen Untersuchungen kosmetischer Produkte
13.07.2026
Mikrobiologische Untersuchungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätssicherung kosmetischer Produkte. Sie liefern wichtige Erkenntnisse über die mikrobiologische Qualität eines Produkts und tragen dazu bei, dessen Sicherheit für Verbraucherinnen und Verbraucher zu gewährleisten. Gleichzeitig unterliegen mikrobiologische Analysen biologisch bedingten Schwankungen, die bei der Bewertung von Prüfergebnissen berücksichtigt werden müssen. Genau diesem Thema widmet sich die aktuelle Fachpublikation „Measurement Uncertainties in Microbiological Testing of Cosmetic Products“ der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche und angewandte Kosmetik (DGK).
Wir freuen uns besonders, dass Joelle Nussbaum, Bereichsleitung Kundenberatung am BAV Institut und Leiterin der DGK-Fachgruppe Mikrobiologie und Betriebshygiene, als Teilautorin an dieser Veröffentlichung mitgewirkt hat.
Warum sind Messunsicherheiten so wichtig?
Mikrobiologische Prüfungen unterscheiden sich von vielen chemischen Analysen, da sie auf biologischen Systemen basieren und dadurch natürlichen Schwankungen unterliegen. Diese Variabilität kann sich auf die Untersuchungsergebnisse auswirken und sollte bei deren Interpretation berücksichtigt werden.
Der Fachartikel erläutert, wie Messunsicherheiten in der mikrobiologischen Analytik entstehen, welche Einflussfaktoren eine Rolle spielen und wie Laboratorien sowie Hersteller mit diesen Unsicherheiten umgehen können. Ziel ist es, eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für die Bewertung mikrobiologischer Prüfergebnisse zu schaffen und deren Aussagekraft besser einordnen zu können.
Ein umfassender Blick auf mikrobiologische Prüfverfahren
Die Publikation behandelt sowohl qualitative als auch quantitative mikrobiologische Untersuchungen kosmetischer Produkte. Darüber hinaus werden Ringversuche als wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung von Laboratorien sowie die Besonderheiten des Konservierungsbelastungstests (Preservative Efficacy Test, PET bzw. Challenge Test) betrachtet. Anhand praxisnaher Beispiele wird aufgezeigt, wie Messunsicherheiten bei unterschiedlichen Prüfverfahren berücksichtigt werden können und welche Bedeutung sie für die Bewertung der Produktsicherheit haben.
Gerade vor dem Hintergrund steigender regulatorischer Anforderungen und wachsender Qualitätsansprüche gewinnen belastbare und nachvollziehbare Prüfergebnisse zunehmend an Bedeutung. Ein fundiertes Verständnis der Messunsicherheit unterstützt Hersteller und Prüflabore dabei, Ergebnisse korrekt zu interpretieren und fundierte Entscheidungen zur Produktsicherheit zu treffen.
Wissenschaftliches Engagement für die Kosmetikbranche
Die Mitwirkung von Joelle Nussbaum an dieser Publikation unterstreicht ihr langjähriges Engagement in der wissenschaftlichen Gremienarbeit der DGK. Als Leiterin der Fachgruppe Mikrobiologie und Betriebshygiene bringt sie ihre Expertise in die Erarbeitung praxisnaher Empfehlungen und wissenschaftlicher Veröffentlichungen ein und trägt damit zur Weiterentwicklung mikrobiologischer Standards in der Kosmetikbranche bei.
Den vollständigen Fachartikel „Measurement Uncertainties in Microbiological Testing of Cosmetic Products“ finden Sie auf der Website der DGK.
