Steckbrief zu Escherichia coli (E. coli) im Trinkwasser
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Allgemeines Escherichia coli (E. coli) gehört zur Familie der Enterobacteriaceae und ist ein natürlicher Darmbewohner bei Mensch und Tier. Durch die lange Überlebensfähigkeit in der Umwelt, in Biofilmen deutet jedoch nicht jedes Auftreten von E. coli unmittelbar auf eine Fäkalkontamination hin Eine Fäkalkontamination muss jedoch in Betracht gezogen werden. In der Trinkwasserverordnung wird die Abwesenheit von E. coli (0 KBE/100 ml) gefordert. Bei einem positiven Ergebnis von E. coli sind sofort geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten. Ein positiver befund von E. Coli in einer Trinkwasserprobe nach Trinkwasserverordnung muss dem zuständigen Amt gemeldet werden.
Eigenschaften
- Stäbchenförmige Bakterien
- Gram-negativ
- Oxidase-negativ
- Katalase-positiv
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Herkunft / Auftreten
- Natürlicher Bewohner des Darmtrakts bei Menschen und Tieren
- Durch die lange Überlebensfähigkeit einiger Vertreter sind E. Coli Bakterien auch in der Erde und in Oberflächengewässern zu finden
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Bedeutung
- Hygieneindikator für gravierende Hygienemängel eventuell auch Fäkalverunreinigungen
- Indikator für potenzielle Gesundheitsgefährdungen durch einige E. coli Stämme (z.B. STEC/EHEC) welche schwerwiegende teils auch tödliche Krankheitsverläufe verursachen können
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Vermehrungsbedingungen
- Temperatur:
- Optimum: +30 °C bis +37 °C
- Minimum: +7 °C
- Im Allgemeinen keine Vermehrung über +50 °C
- pH-Wert: Wachstum bei 4,4 bis 9,0
- aw-Wert: Vermehrung bei hoher Wasseraktivität von min. 0,95
- Sauerstoffbedarf: Wachstum mit und ohne Sauerstoff (fakultativ anaerob)
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Abtötung durch Erhitzen
- Bei +72 °C für min. 2 Minuten Einwirkzeit (Achtung: Kerntemperatur kontrollieren)
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| Mögliche Ursachen für überhöhte Keimzahlen |
Vorschläge für Maßnahmen |
Bei Trinkwasser oder Prozesswasser am Wasserauslauf Wasserauslauf bzw. Armatur verunreinigt (auch Perlator berücksichtigen) |
- Falls Perlator vorhanden: ausbauen und desinfizieren. Je nach Zustand ersetzen
- Verunreinigungen und/oder Biofilme entfernen
- Wenn möglich letztes Stück vom Wasserablauf nach der Reinigung zusätzlich abflammen
- Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen
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Bei Trinkwasser oder Prozesswasser (Ursache im Leitungsnetz) Leitungsnetz (Hausinstallation) verunreinigt, stehendes Wasser im System oder enthält einen Biofilm |
- Eventuell Stufenuntersuchungen durchführen, um die Stelle der Kontamination im Leitungsnetz besser zu identifizieren
- Fachfirma oder Haustechnik mit Ursachenfindung beauftragen
- Desinfektion durchführen
- Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen
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Bei Trinkwasser oder Prozesswasser aus Leitungsnetz (Ursache sind eingebaute Teile/Anlagen) In der Hausinstallation befinden sind verunreinigte Filter und/oder Anlagen zur Wasseraufbereitung (z.B. Wasserenthärtungs- und Aufhärtungsanlagen, Filter-, Destillations-, UV-Systeme) |
- Ausführliche visuelle Kontrolle der Aufbereitungsanlage
- Prüfung der Wartungsintervalle, eventuell Filterwechsel
- Fachfirma oder Haustechnik mit Prüfung/Wartung beauftragen
- Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen
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Bei Trinkwasser aus Eigenwasserversorgungsanlagen, d.h. aus eigenen Brunnen und Quellen
Verunreinigung durch Eingriff/Reparatur in der Quellfassung/Brunnenstube
Verunreinigung nach Starkregen (Verunreinigung durch Oberflächenwasser)
Verunreinigung durch Baumängel in der Quellfassung/Brunnenstube (Undichtigkeit, altersbedingte Abnutzungen)
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- Ausführliche visuelle Kontrolle der Quellfassung/Brunnenstube und Umgebung
- Regelmäßige Kontrolle der Eigenwasserversorgungsanlage, besonders nach möglichen wetterbedingten Einflüssen (Starkregen, lange Trockenheit)
- Turnusmäßig die vom Gesundheitsamt geforderte Kontrolle durchführen
- Fachfirma in sinnvollen Abständen mit Reinigung und Desinfektion der Quellfassung/Brunnenstube beauftragen
- Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen
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Bei Scherbeneis, Crushed Eis und Eiswürfeln Hygienemängel:
in der Maschine inkl. Arbeitsgegenstände oder
im Verbindungsschlauch (Zulaufwasser) oder
im Leitungsnetz (Hausinstallation)
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- Ausführliche visuelle Kontrolle der Maschinen und Verbindungsschläuche. Dazu ist es in der Regel auch erforderlich Teile der Maschinen auseinander zu bauen
- Verunreinigungen oder Biofilme entfernen
- Gründliche Reinigung und Desinfektion der Maschinen und Einzelteile (eventuell durch Fachfirma)
- Gründliche Reinigung und Desinfektion der Arbeitsgegenstände (z.B. Schaufel)
- Verbindungsschlauch zwischen Maschine und Leitungsnetz regelmäßig austauschenVerunreinigte
- Verbindungsschläuche bzw. Schläuche in schlechtem Zustand (z.B. brüchig, porös) umgehend austauschen
- Untersuchung des Trinkwassers aus dem Leitungsnetz (vor dem Zulauf zur Maschine)
- Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen
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An das Leitungsnetz (Hausinstallation) gebundene Wasserspender Hygienemängel:
im Wasserspender oder
im Verbindungsschlauch (Zulaufwasser) oder
im Leitungsnetz (Hausinstallation)
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- Ausführliche visuelle Kontrolle des Wasserspenders inkl. Verbindungsschlauch
- Verunreinigungen oder Biofilme entfernen
- Gründliche Reinigung und Desinfektion des Wasserspenders (i.d.R. durch Fachfirma)
- Eventuell Verbindungsschlauch zwischen Maschine und Leitungsnetz regelmäßig austauschen
- Verunreinigte Verbindungsschläuche bzw. Schläuche in schlechtem Zustand (z.B. brüchig, porös) umgehend austauschen
- Untersuchung des Trinkwassers aus dem Leitungsnetz (vor dem Zulauf zum Wasserspender)
- Erfolgskontrolle durch Nachuntersuchungen
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Weitere Informationen und Literatur
www.bfr.bund.de unter: „Lebensmittelsicherheit“ → „Mikrobielle Risiken von Lebensmitteln“
www.bmel.de unter: „Themen“ → „Verbraucherschutz“ → „Lebensmittelsicherheit“
www.bvl.bund.de unter: „Arbeitsbereiche“ → „Lebensmittel“→ „Unerwünschte Stoffe und Organismen“
www.laves.niedersachsen.de unter: „Lebensmittel“ → „Lebensmittelhygiene“
www.lgl.bayern.de unter: „Lebensmittel“ → „Hygiene“
www.rki.de unter: „Infektionskrankheiten A-Z“/ „Mikrobiologische Diagnostik A-Z“
www.gesetze-im-internet.de unter: „Gesetze / Verordnungen“ → „TrinkwV
Energie/Wasser-praxis 11/2016 → Hygienische Sicherheit im Verteilungsnetz – Teil 2
Energie/Wasser-praxis 02/2016 → Mikrobiologische Grundlage einzelner trinkwasserrelevanter Erreger und gesundheitliche Aspekte