07.10.2026 - Lebensmittel
Noroviren in Muscheln – ein unterschätztes Risiko für die Lebensmittelsicherheit
Muscheln und andere zweischalige Weichtiere können eine wichtige Rolle bei der Übertragung von Noroviren spielen. Da sie ihre Nahrung durch Filtration des Wassers aufnehmen, können sie dabei auch Krankheitserreger aus ihrer Umgebung anreichern. Besonders relevant ist dies bei Muscheln, die roh oder nicht ausreichend erhitzt verzehrt werden.
Noroviren gehören weltweit zu den wichtigsten Ursachen für akute Magen-Darm-Erkrankungen. Eine Übertragung kann unter anderem über kontaminierte Lebensmittel oder Wasser erfolgen. Bei Muscheln besteht ein besonderes Risiko, wenn die Tiere in mit Fäkalien belasteten Gewässern wachsen. Durch ihre Filtertätigkeit können sich die Viren im Gewebe anreichern und dort über längere Zeit nachweisbar bleiben.
Auch die natürliche Reinigung der Muscheln, die sogenannte Depuration, kann die Virusbelastung nicht in jedem Fall vollständig entfernen. Die wissenschaftliche Übersichtsarbeit zeigt zudem, dass herkömmliche Zubereitungsverfahren bei unzureichender Erhitzung nicht zwangsläufig eine vollständige Inaktivierung gewährleisten. Eine sorgfältige Kontrolle der Herkunft und Qualität von Muscheln ist daher ein wichtiger Bestandteil der Lebensmittelsicherheit.
Für Hersteller, Händler und Importeure von Muscheln und Muschelprodukten sind daher Herkunft, Wasserqualität, Verarbeitung und hygienische Bedingungen von besonderer Bedeutung. Neben bakteriologischen Untersuchungen können auch molekularbiologische Verfahren eingesetzt werden, um Norovirus-RNA in Lebensmittelproben nachzuweisen.
Das BAV Institut und die Tentamus-Labore unterstützen Unternehmen bei der Untersuchung von Lebensmitteln auf relevante mikrobiologische und molekularbiologische Parameter. So helfen wir dabei, mögliche Kontaminationen frühzeitig zu erkennen und die Sicherheit von Lebensmitteln entlang der gesamten Lieferkette zu gewährleisten.
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