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Vibrionen: Wenn warmes Wasser zum mikrobiologischen Risiko wird

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20.08.2026 - Lebensmittel

Vibrionen: Wenn warmes Wasser zum mikrobiologischen Risiko wird

Vibrionen: Wenn warmes Wasser zum mikrobiologischen Risiko wird

Wärmere Gewässer, höhere Keimzahlen, steigendes Infektionsrisiko: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist in seiner aktuellen FAQ vom 4. August 2026 auf den Zusammenhang zwischen steigenden Wassertemperaturen und Infektionen durch Vibrionen hin.

Vibrionen sind stäbchenförmige, meist salztolerante Bakterien, die natürlicherweise in Salz- und Süßwasser vorkommen. Besonders günstige Wachstumsbedingungen finden die Bakterien bei Wassertemperaturen über 20 °C und Salzgehalten von etwa 0,5–2,5 %. Mit zunehmender Erwärmung von Gewässern kann daher auch die Vibrionen-Konzentration steigen.

Relevante Keime und Infektionswege

Zu den für den Menschen relevanten Arten zählen insbesondere Vibrio parahaemolyticus, V. vulnificus und V. cholerae, die vor allem Durchfall- und Wundinfektionen verursachen können, wobei V. vulnificus insbesondere für immungeschwächte Menschen ein Risiko für schwere Verläufe bis hin zur Sepsis darstellt.

Eine Infektion kann sowohl durch direkten Kontakt mit kontaminiertem Wasser über kleinste Hautverletzungen als auch über kontaminierte bzw. unzureichend erhitzte Meerestiere und Meeresfrüchte erfolgen. Besonders rohe Austern und andere Muscheln sind relevant, da Muscheln durch ihre Filtertätigkeit Vibrionen aus dem Wasser anreichern können.

Herausforderung für die Mikrobiologie

Eine besondere Herausforderung ist die Speziesidentifizierung. Aktuell sind mehr als 150 Vibrio-Spezies bekannt. Zudem können Vibrionen unter Stressbedingungen in einen Ruhezustand übergehen, in dem sie mikrobiologisch nur schwer oder gar nicht nachweisbar sind. Zusätzlich können relevante Virulenzfaktoren, etwa Toxingene bei V. cholerae und V. parahaemolyticus, untersucht werden.

Mit steigenden Wassertemperaturen gewinnt die mikrobiologische Überwachung von Vibrionen zunehmend an Bedeutung. Besonders die Kombination aus höheren Keimzahlen, längeren Wärmeperioden und empfindlichen Personengruppen macht Vibrionen zu einem relevanten Thema für die Lebensmittel- und Umweltmikrobiologie. In Deutschland wurden bis Juli 2026 bereits 17 Vibrio-Infektionen registriert; zwei Betroffene verstarben nach einer Infektion im Zusammenhang mit einem Aufenthalt an der Ostsee.

Im BAV Institut führen wir Untersuchung auf Vibrionen durch. 

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