News

News

News

Zurück zur Übersicht

29.04.2026 - Lebensmittel

Antibiotikarückstände in Garnelen aus Aquakultur – Untersuchungsergebnisse 2025 zeigen Handlungsbedarf

Antibiotikarückstände in Garnelen aus Aquakultur – Untersuchungsergebnisse 2025 zeigen Handlungsbedarf

Die aktuellen Untersuchungsergebnisse des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Karlsruhe (CVUA) belegen: Auch im Jahr 2025 wurden in importierten Garnelen aus Aquakultur Antibiotikarückstände nachgewiesen. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung regelmäßiger Kontrollen entlang der globalen Lieferketten.

Garnelen zählen zu den meistkonsumierten Meeresfrüchten weltweit. Ein Großteil der in die Europäische Union importierten Ware stammt aus Aquakulturbetrieben in Asien und Südamerika. Die intensive Zucht unter hohen Besatzdichten begünstigt jedoch Krankheitsausbrüche bei den Tieren, weshalb Antibiotika sowohl therapeutisch als auch prophylaktisch eingesetzt werden.

Ergebnisse der Rückstandsuntersuchungen

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 96 Garnelenproben auf pharmakologisch wirksame Stoffe untersucht.

Dabei zeigte sich:

Die beanstandeten Proben wiesen unter anderem Rückstände von Tetracyclinen, Sulfonamiden sowie eines verbotenen Wirkstoffs aus der Gruppe der Nitrofurane auf. In einem Fall wurde ein Stoffwechselprodukt eines verbotenen Antibiotikums nachgewiesen, das als potentiell krebserregend und erbgutverändernd gilt.

Zusätzlich wurde eine Probe mit Antibiotikarückständen über der zulässigen Höchstmenge als „frei von Antibiotika“ gekennzeichnet – ein klarer Verstoß gegen lebensmittelrechtliche Vorschriften und eine Irreführung der Verbraucher.

Warum Antibiotikarückstände ein Problem für Verbraucher sind

Antibiotikarückstände können sowohl direkte als auch indirekte Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Werden gesetzliche Höchstmengen überschritten oder verbotene Stoffe nachgewiesen, besteht ein mögliches Risiko durch toxische Effekte oder – je nach Substanz – durch krebserregende und erbgutverändernde Eigenschaften.

Darüber hinaus fördern selbst geringe Mengen an Antibiotika die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen. Bakterien können dadurch unempfindlich gegenüber wichtigen Medikamenten werden, was Infektionen beim Menschen schwerer behandelbar macht. Lebensmittel können so auch zur Verbreitung resistenter Keime beitragen.

Zudem gelten Rückstände als Hinweis auf Probleme in der Produktion, etwa durch unsachgemäßen Antibiotikaeinsatz oder nicht eingehaltene Wartezeiten. Dies wirft Fragen zur Qualitätssicherung entlang der Lieferkette auf.

Bedeutung für die Lebensmittelsicherheit

Die Ergebnisse zeigen, dass trotz bestehender Regularien weiterhin Rückstände von Tierarzneimitteln in importierten Lebensmitteln auftreten können. Eine konsequente Überwachung ist daher unerlässlich, um gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und Verbraucher zu schützen.

BAV Institut unterstützt Unternehmen mit umfassenden Analysen im Bereich der Lebensmittelsicherheit. Dazu zählen neben mikrobiologischen Untersuchungen auch Rückstandsanalysen, um die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sicherzustellen und Risiken entlang der Lieferkette zu minimieren.

 

Quellen: