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10.02.2026 - Lebensmittel

Bacillus cereus in Lebensmitteln: Risiken erkennen und sicher bewerten

Bacillus cereus in Lebensmitteln: Risiken erkennen und sicher bewerten

Was ist präsumtiver Bacillus cereus?
Der Begriff „präsumtiver Bacillus cereus“ beschreibt eine Gruppe eng verwandter Bacillus-Stämme, die Krankheiten bei Mensch und Tier verursachen können. Nicht alle Vertreter dieser Gruppe sind gesundheitlich relevant – das Risiko hängt maßgeblich vom jeweiligen Toxinbildungsvermögen ab.

Typische Eigenschaften von Bacillus cereus

 

Vorkommen und Bedeutung in Lebensmitteln
Bacillus cereus und seine Sporen kommen natürlicherweise in Erde, Staub, Wasser sowie bei Tieren und Menschen vor. Besonders häufig wird der Keim in pflanzlichen Lebensmitteln, aber auch in Milch- und Milchprodukten nachgewiesen.

Typische betroffene Lebensmittel

Lebensmittel pflanzlicher Herkunft, insbesondere stärkehaltige Produkte, sind deutlich häufiger Auslöser von Magen-Darm-Erkrankungen als Lebensmittel tierischer Herkunft.

Toxinbildung als zentrales Gesundheitsrisiko
Bestimmte Stämme der präsumtiven Bacillus cereus-Gruppe können verschiedene Toxine bilden, die zu lebensmittelbedingten Erkrankungen führen. Dabei werden zwei unterschiedliche Krankheitsbilder unterschieden.

Emetische Erkrankung: Cereulid

Das emetische Erbrechenstoxin Cereulid ist säure- und sehr hitzestabil. Es wird bereits im Lebensmittel gebildet und kann übliche Erhitzungsschritte überstehen. Nach oraler Aufnahme treten Symptome wie Übelkeit und starkes Erbrechen meist innerhalb von 0,5 bis 6 Stunden auf.

Diarrhöe-Erkrankung: Enterotoxine
Die Diarrhöe-Enterotoxine (Hbl, Nhe, CytK) sind hitzeempfindlich und werden erst nach Aufnahme der Bakterien im Darm gebildet. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 8 bis 16 Stunden, die Symptome äußern sich vor allem durch Durchfall.

Warum mikrobiologische Untersuchungen allein oft nicht ausreichen
Das Cereulid-Toxin ist sensorisch nicht wahrnehmbar und bleibt auch nach Erhitzung im Lebensmittel erhalten. Daher kann ein Produkt mikrobiologisch unauffällig erscheinen, obwohl bereits gesundheitsrelevante Mengen an Toxin vorhanden sind.

Für eine fundierte Risikobewertung ist es deshalb entscheidend, Keimnachweis, genetisches Potenzial und tatsächliche Toxinbildung gemeinsam zu betrachten.

Vermehrungsbedingungen und Toxinbildung

Bacillus cereus vermehrt sich bevorzugt unter günstigen Umweltbedingungen:

Optimale Bedingungen

Die Toxinproduktion ist stark stammspezifisch und erfolgt in der Regel unter optimalen Vermehrungsbedingungen.

Abtötung durch Erhitzen – Grenzen der Thermik
Vegetative Zellen von Bacillus cereus werden bei einer Kerntemperatur von mindestens 72 °C für 2 Minuten abgetötet. Die Sporen sind jedoch äußerst hitzestabil und überstehen selbst Kochprozesse.

Das hitzestabile Cereulid-Toxin wird erst bei sehr hohen Temperaturen (z. B. ≥ 121 °C über längere Zeiträume) inaktiviert – Bedingungen, die in der Praxis der Lebensmittelherstellung kaum erreicht werden.

Ganzheitliche Analytik beim BAV Institut
Für eine zuverlässige Bewertung von Bacillus cereus-Risiken bietet das BAV Institut ein umfassendes Untersuchungsportfolio an:

Untersuchungsmöglichkeiten

Diese Kombination ermöglicht eine differenzierte, präventive Risikobewertung und unterstützt Unternehmen bei der Minimierung von Rückruf- und Haftungsrisiken.

Beratung und Kontakt
Das BAV Institut gewährleistet eine schnelle, zuverlässige und fachlich fundierte Bearbeitung Ihrer Proben.
Gerne beraten wir Sie individuell zu geeigneten Untersuchungsstrategien.

Kontakt:
Dirk Lorenz
Staatl. gepr. Lebensmittelchemiker
Key Account Manager
? +49 (0)781 / 969 47-23
✉️ Dirk.Lorenz@bav-institut.de