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20.02.2026 - Lebensmittel
Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) veröffentlicht schnelle Risikobewertung zu Cereulid – BAV Institut erweitert Analytikangebot
Nach dem Nachweis von Cereulid – einem hitzestabilen Toxin, das vom Bakterium Bacillus cereus gebildet wird – werden derzeit in mehreren Ländern Säuglingsnahrungsprodukte vorsorglich zurückgerufen. Die Europäische Kommission hatte die EFSA um eine dringende wissenschaftliche Bewertung gebeten, um EU-weit einheitliche Risikomanagement-Entscheidungen zu ermöglichen.
Die EFSA legte nun eine akute Referenzdosis (ARfD) für Säuglinge fest und definierte Konzentrationsbereiche in Säuglingsnahrung, die zu einer potenziellen Gesundheitsgefährdung führen können.
Zentrale Ergebnisse der EFSA-Bewertung
Akute Referenzdosis für Säuglinge
Die EFSA schlägt für Cereulid bei Säuglingen eine ARfD von 0,014 μg/kg Körpergewicht vor.
Als kritische akute Wirkung wurde Erbrechen (Emesis) herangezogen. Aufgrund der besonderen Stoffwechseleigenschaften sehr junger Säuglinge (< 16 Wochen) wurde ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor berücksichtigt.
Konservative Verzehrannahmen
Zur Abschätzung der akuten Exposition bestätigte die EFSA folgende Verbrauchswerte:
- 260 ml/kg Körpergewicht für Säuglingsanfangsnahrung
- 140 ml/kg Körpergewicht für Folgenahrung
Kritische Konzentrationen in rekonstituierter Nahrung
Eine Überschreitung der ARfD kann bei folgenden Cereulid-Konzentrationen auftreten:
- 0,054 μg/L in Säuglingsanfangsnahrung
- 0,1 μg/L in Folgenahrung
Diese Werte dienen Behörden als Orientierung für vorsorgliche Marktmaßnahmen.
Konsequenzen für Hersteller und Inverkehrbringer
Die aktuelle Risikobewertung unterstreicht die Bedeutung eines systematischen Monitorings von Bacillus cereus sowie des emetischen Toxins Cereulid – insbesondere bei sensiblen Produktkategorien wie Säuglingsnahrung, diätetischen Lebensmitteln und Ready-to-eat-Produkten.
Neben der klassischen mikrobiologischen Untersuchung gewinnt insbesondere der direkte Toxinnachweis an Bedeutung, da Cereulid hitzestabil ist und auch nach technologischen Prozessen im Produkt verbleiben kann.
BAV Institut erweitert Analytik: Akkreditierte Cereulid-Prüfung ab sofort verfügbar
Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen bietet das BAV Institut ab sofort eine akkreditierte Methode zur Prüfung auf Cereulid durch Bacillus cereus in Lebensmitteln an.
Das BAV Institut stellt damit validierte und akkreditierte Verfahren sowohl zum Nachweis präsumtiver Bacillus cereus als auch zur Bestimmung des Cereulid-Toxins bereit.
Akkreditierte Leistungen im Überblick
- Kulturelle Schnellmethode (24 h)
Schneller Nachweis präsumtiver Bacillus cereus-Keime - Nachweis des Toxinbildungsvermögens mittels RT-PCR (ces-Gen)
Molekularbiologischer Nachweis des emetischen Toxin-Gens - Direkter Nachweis von Cereulid im Lebensmittel mittels LC-MS/MS
Hochspezifische und sensitive Quantifizierung des Toxins
Durch die Kombination aus mikrobiologischer, molekularbiologischer und massenspektrometrischer Analytik ermöglicht das BAV Institut eine fundierte Risikobewertung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Beratung und schnelle Ergebnisabstimmung
Für Rückfragen, Angebotsanfragen oder zur Abstimmung kurzfristiger Untersuchungsergebnisse steht das Expertenteam des BAV Instituts jederzeit zur Verfügung.
Kontaktieren Sie uns – wir unterstützen Sie bei der schnellen und rechtssicheren Bewertung Ihrer Produkte.
Dirk Lorenz
Tel.: +49 (0)781/969 47-23
Mail: dirk.lorenz@bav-institut.de
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