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16.01.2026 - Lebensmittel

Metallische Fremdkörper in Weißer Ware: Rückruf zeigt Risiken komplexer Lieferketten

Metallische Fremdkörper in Weißer Ware: Rückruf zeigt Risiken komplexer Lieferketten

Metallische Fremdkörper in Weißer Ware stellen weiterhin ein ernstzunehmendes Risiko für die Lebensmittelsicherheit dar. Ein aktueller Rückruf verdeutlicht, wie stark sich Störungen in komplexen Lieferketten auswirken können – und warum präventive Qualitätssicherung unverzichtbar ist.

Die zunehmende Arbeitsteilung im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) bringt einerseits Kostenvorteile durch Spezialisierung und Synergieeffekte. Andererseits erhöht sie die Anfälligkeit für systemische Risiken. Störungen oder Fehler an einer Stelle der Lieferkette können sich rasch fortpflanzen und mehrere Marktteilnehmer gleichzeitig betreffen. Dieser sogenannte Ripple-Effekt wurde bereits vor Jahren von verschiedenen Fachautoren beschrieben und unter anderem vom ALLIANZ-Konzern als relevantes Risiko für globale Lieferketten hervorgehoben.

Ein aktuelles Beispiel liefert ein Vorfall vom 9. Januar 2026: Zeitgleich riefen zwei bekannte Discounter jeweils unterschiedliche Eiscremezubereitungen öffentlich zurück. In beiden Fällen lag ein identisches Herstellerschreiben bei, ausgestellt von einem niederländischen Unternehmen mit rund 100-jähriger Firmengeschichte. Grund für die Rückrufe war der mögliche Eintrag metallischer Fremdkörper in der sogenannten Weißen Ware.

Metallische Fremdkörper zählen zu den klassischen Gefahren in der Lebensmittelproduktion. Grundsätzlich lassen sie sich durch den Einsatz geeigneter Fremdkörperdetektoren – etwa Metall- oder Röntgendetektoren – mit hoher Sicherheit erkennen und ausschleusen. Ob und in welcher Form entsprechende Kontrollsysteme im konkreten Fall eingesetzt wurden, ist öffentlich nicht bekannt.

Der Vorfall zeigt jedoch deutlich: Technische Maßnahmen allein reichen nicht aus. Entscheidend ist ein ganzheitlicher Ansatz zur Lebensmittelsicherheit, der technische Kontrollen, organisatorische Maßnahmen und gut geschulte Mitarbeitende miteinander verbindet. Ein wirksames und regelmäßig überprüftes HACCP-System bildet dabei die Grundlage, um Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren.

Das BAV Institut empfiehlt Unternehmen, ihre Prozesse regelmäßig zu überprüfen und sich frühzeitig zu schlagkräftigen HACCP-Systemen beraten zu lassen. Ebenso wichtig ist die kontinuierliche Schulung von Mitarbeitenden, um Gefahren wie metallische Fremdkörper in Weißer Ware sicher zu beherrschen. Unsere Expertinnen und Experten unterstützen Sie dabei praxisnah und kompetent.

Quellen und weiterführende Informationen: