24.07.2026 - Lebensmittel
Neue Erkenntnisse zu Salmonellen-Ausbruch durch Instant-Nudelprodukte
EFSA und ECDC haben Anfang Juli 2026 neue Erkenntnisse zu einem länderübergreifenden Ausbruch von Salmonella Stanley veröffentlicht. Die Untersuchungen bringen die Erkrankungen mit gewürzten Instant-Nudelprodukten in Verbindung. Auch Deutschland ist betroffen.
Zwischen November 2025 und Juni 2026 wurden insgesamt 106 bestätigte Erkrankungsfälle in 13 EU- und EWR-Staaten sowie im Vereinigten Königreich registriert. 14 Fälle entfielen auf Deutschland. Mindestens 49 Betroffene mussten stationär behandelt werden. Besonders häufig erkrankten Kinder und junge Erwachsene.
Instant-Nudelprodukte als wahrscheinliche Infektionsquelle
Nach den aktuellen Erkenntnissen gelten gewürzte Instant-Nudelprodukte einer bestimmten Marke als wahrscheinlichste Infektionsquelle. Mehrere Erkrankte in Dänemark, Estland, Deutschland, Lettland und Litauen berichteten, entsprechende Produkte verzehrt zu haben.
Zusätzlich wurde der Ausbruchsstamm Salmonella Stanley ST2045 in Deutschland in Instant-Nudeln mit Hühnergeschmack nachgewiesen. Auch in Litauen wurde der Erreger in einem Produkt derselben Marke festgestellt. Die betroffenen Produkte stammten von demselben Hersteller in der Ukraine.
Durch die Ganzgenomsequenzierung konnte eine enge genetische Übereinstimmung zwischen den Erregern aus den untersuchten Lebensmitteln und den Isolaten der erkrankten Personen festgestellt werden. Die mikrobiologischen und epidemiologischen Ergebnisse stützen damit den Verdacht, dass die Instant-Nudelprodukte das Infektionsgeschehen verursacht haben.
Ursache der Kontamination noch nicht geklärt
Wo und wodurch die Produkte kontaminiert wurden, konnte bislang nicht abschließend ermittelt werden. Untersuchungen bei dem ukrainischen Hersteller ergaben keinen Salmonellennachweis in dem verwendeten Hühneraroma. Daher prüfen die Behörden weiterhin, ob die Kontamination mit einzelnen Zutaten, der Produktionsumgebung oder einer Kreuzkontamination zusammenhängen könnte.
In verschiedenen Produkten desselben Herstellers wurden außerdem weitere Salmonellen-Serovare nachgewiesen, darunter Salmonella Richmond, Salmonella Newport und Salmonella Senftenberg. Dies könnte auf unterschiedliche Kontaminationsquellen hinweisen und ist Gegenstand weiterer Untersuchungen.
Rücknahmen und Rückrufe in mehreren Ländern haben das Risiko neuer Erkrankungen deutlich reduziert. Da die Produkte jedoch lange haltbar sind und möglicherweise noch in Haushalten gelagert werden, können weitere Infektionen nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Der Fall zeigt, dass auch trockene und lange haltbare Lebensmittel mit Krankheitserregern belastet sein können. Risikoorientierte Rohwaren- und Produktkontrollen, eine sorgfältige Lieferantenqualifizierung sowie ein wirksames Hygiene- und Umgebungsmonitoring sind deshalb wesentliche Bestandteile der betrieblichen Lebensmittelsicherheit.
Das BAV Institut unterstützt Unternehmen mit mikrobiologischen Untersuchungen von Lebensmitteln, Oberflächen und Wasser, Hygiene- und Umgebungsmonitoring, Abklatsch- und Tupferuntersuchungen sowie praxisnahen Hygieneschulungen. So lassen sich hygienische Schwachstellen frühzeitig erkennen und mikrobiologische Risiken gezielt minimieren. Für Fragen stehen Ihnen unsere Kundenbetreuer gerne zur Verfügung.
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