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23.04.2026 - Lebensmittel

Salmonellen-Ausbruch durch Schokoladenprodukte: Kinder besonders betroffen

Salmonellen-Ausbruch durch Schokoladenprodukte: Kinder besonders betroffen

In Deutschland sorgt derzeit ein lebensmittelbedingter Krankheitsausbruch für Besorgnis. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilt, wurden bislang 40 Erkrankungsfälle durch den seltenen Erreger Salmonella Bochum registriert. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren. Eine über 60-jährige Person ist im Zusammenhang mit dem Ausbruch verstorben. Neben Deutschland wurden auch einzelne Fälle aus europäischen Nachbarländern gemeldet.

Verdacht auf Nuss-Nougat-Creme als Ursache
Nach Angaben des RKI deuten Befragungen darauf hin, dass eine Nuss-Nougat-Creme als mögliche Infektionsquelle infrage kommt. Bereits am 9. April hatte ein Hersteller bestimmte Chargen eines solchen Produkts zurückgerufen, nachdem im Rahmen interner Kontrollen Salmonellen nachgewiesen wurden. Behörden arbeiten derzeit daran, die Infektionskette mittels genetischer Analysen lückenlos nachzuvollziehen.

Warum Schokolade ein Risiko sein kann
Salmonellen zählen nach Campylobacter zu den häufigsten bakteriellen Auslösern von Magen-Darm-Erkrankungen. Besonders ungewöhnlich ist in diesem Fall der Zusammenhang mit Schokoladenprodukten. Diese gelten zwar selten als Ursache, können jedoch unter bestimmten Bedingungen ein Risiko darstellen.

In fettreichen Lebensmitteln wie Schokoladencremes überleben Salmonellen besonders gut. Das Fett schützt die Keime vor der Magensäure, sodass bereits geringe Mengen – teils unter 1.000 Keime – eine Infektion auslösen können. Zudem können die Bakterien in Schokolade über Jahre hinweg überleben, ohne sich zu vermehren.

Eine sogenannte Salmonellose äußert sich meist durch Durchfall, Bauchschmerzen, Fieber sowie Übelkeit und Erbrechen. Besonders gefährdet sind kleine Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Seltenes Bakterium im Fokus
Der aktuelle Ausbruch wird durch das seltene Serovar Salmonella Bochum verursacht, das bislang kaum in Lebensmitteln nachgewiesen wurde. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gab es in Deutschland seit Jahren keine entsprechenden Funde entlang der Lebensmittelproduktion.

Verbraucherinnen und Verbraucher werden dringend aufgefordert, die betroffenen Chargen der Nuss-Nougat-Creme nicht zu verzehren. Stattdessen sollten die Produkte entsorgt werden. Wer nach dem Verzehr Symptome entwickelt – insbesondere Kinder – sollte ärztlichen Rat einholen.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) koordiniert die Warnmeldungen und steht im Austausch mit den Bundesländern sowie dem europäischen Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel.

Der aktuelle Ausbruch zeigt, dass auch vermeintlich unbedenkliche Lebensmittel wie Schokoladenprodukte ein Gesundheitsrisiko darstellen können. Eine sorgfältige Beachtung von Rückrufen und Hygienemaßnahmen bleibt daher entscheidend.

 

Quellen: