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27.02.2026 - Lebensmittel

Studentenfutter im Test: Hygienemängel und Schadstofffunde trüben das gesunde Image

Studentenfutter im Test: Hygienemängel und Schadstofffunde trüben das gesunde Image

Insgesamt wurden 29 Studentenfutter-Produkte untersucht, darunter elf Bio-Mischungen. Sechs Produkte erhielten die Bestnote „sehr gut“. Andere fielen hingegen durch – unter anderem wegen erhöhter Keimbelastung oder nachweisbarer Rückstände chemischer Substanzen.

Damit zeigt sich: Auch bei trockenen Snacks mit grundsätzlich positivem Nährwertprofil sind Qualitäts- und Hygienekontrollen entscheidend.

 
Mikrobiologischer Befund: Enterobakterien über Richtwert
In einem Produkt wurde eine erhöhte Konzentration von Enterobakterien festgestellt. Die gemessenen Werte lagen über den Richtwerten der Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) für Nüsse und Trockenfrüchte.

Enterobakterien sind Darmbakterien, die als Hygieneindikatoren gelten. Sie können bei unzureichender Hygiene während Ernte, Verarbeitung oder Verpackung in das Produkt gelangen. Hohe Keimzahlen deuten auf Schwachstellen im Produktionsprozess hin – etwa bei Reinigung, Trocknung, Lagerung oder Verpackung.

Zwar ist das Risiko bei trockenen Lebensmitteln wie Nüssen und Rosinen grundsätzlich geringer als bei frischen, wasserreichen Produkten. Dennoch können bestimmte Mikroorganismen auch in trockener Umgebung über längere Zeit überleben. Eine Überschreitung der Richtwerte signalisiert daher klaren Optimierungsbedarf in den betrieblichen Hygienemaßnahmen.

 
Pestizide und Mineralölbestandteile nachgewiesen
Neben mikrobiologischen Auffälligkeiten fanden die Prüfer in zahlreichen Produkten Pestizidrückstände sowie Mineralölbestandteile. Solche Rückstände können entlang der gesamten Lieferkette eingetragen werden – vom Anbau über Transport bis hin zur Verpackung.

Trotz der positiven ernährungsphysiologischen Eigenschaften von Nüssen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine tägliche Verzehrmenge von rund 25 Gramm Nüssen. Hintergrund ist neben dem hohen Energiegehalt auch der teilweise beträchtliche Zuckergehalt durch zugesetzte oder beigemischte Trockenfrüchte.

 
Kein Hochrisikoprodukt – aber klare Anforderungen an Qualität
Studentenfutter bleibt grundsätzlich ein vergleichsweise risikoarmes Produkt. Der Test verdeutlicht jedoch, wie wichtig konsequente Hygiene- und Qualitätskontrollen auch bei trockenen Snacks sind. Gerade Mischprodukte mit internationaler Rohwarenherkunft stellen hohe Anforderungen an Lieferkettenmanagement und Eigenkontrollsysteme.

 
Laboranalytik und Produktsicherheit
Im BAV Institut werden regelmäßig mikrobiologische Untersuchungen von Nüssen und Trockenfrüchten sowie chemische Analysen auf Rückstände und Kontaminanten in den angeschlossenen Tentamus-Laboren durchgeführt. Unternehmen erhalten dabei schnelle und belastbare Ergebnisse sowie Beratung zu allen Fragen rund um Produktsicherheit und Qualitätssicherung.

 
Quelle