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20.01.2026 - Kosmetik

US-Arzneimittelbehörde fordert umfassende Überprüfung von Design, Monitoring und mikrobiologischen Kontrollen

US-Arzneimittelbehörde fordert umfassende Überprüfung von Design, Monitoring und mikrobiologischen Kontrollen

US-Arzneimittelbehörde fordert umfassende Überprüfung von Design, Monitoring und mikrobiologischen Kontrollen

In einem kürzlich veröffentlichten Warning Letter hat die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) erhebliche Mängel am Wassersystem eines Herstellers von oralen und topischen Arzneimitteln beanstandet. Die Kritik der Behörde richtet sich sowohl gegen das technische Design der Wasseranlage als auch gegen ein aus Sicht der FDA unzureichendes mikrobiologisches Monitoring.

Nach Angaben der FDA wies das Wassersystem an jeder Entnahmestelle sogenannte „Dead-Legs“ auf. Dabei handelt es sich um Leitungsabschnitte mit unzureichender Durchströmung, in denen Wasser stagnieren kann. Diese Stagnation begünstigt nach Einschätzung der Behörde die Bildung von Biofilmen und stellt damit ein erhebliches mikrobiologisches Risiko für die Arzneimittelherstellung dar.

Darüber hinaus bemängelte die FDA, dass der Hersteller keine ausreichenden Tests auf unerwünschte Mikroorganismen (sogenannte objectionable microorganisms) durchgeführt habe. Insbesondere fehlten Prüfungen auf den Burkholderia-cepacia-Komplex (BCC), der in der pharmazeutischen Industrie als kritisch gilt, da er wasserliebend ist und insbesondere für immungeschwächte Patientinnen und Patienten ein Gesundheitsrisiko darstellen kann.

Weitere Kritikpunkte betrafen den Einsatz alternativer mikrobiologischer Prüfmethoden, die laut FDA nicht validiert waren. Zudem konnte der Hersteller keine ausreichenden Nachweise zur Eignung der verwendeten Nährmedien vorlegen. Auch dies widerspricht aus Sicht der Behörde den geltenden Anforderungen an eine kontrollierte und sichere Arzneimittelproduktion.

Als Konsequenz fordert die FDA eine umfassende und unabhängige Bewertung des gesamten Wassersystems. Neben einer Überprüfung des Anlagenlayouts verlangt die Behörde die Einführung eines geeigneten Wartungs- und Monitoringplans für die Wasseranlage. Zudem müssen klare mikrobiologische Grenz- und Richtwerte festgelegt, regelmäßig überprüft und dokumentiert werden. Ein weiterer zentraler Punkt des Warning Letters ist die Forderung nach einer ausführlichen und systematischen Risikobewertung, die potenzielle Gefahren für Produktqualität und Patientensicherheit identifiziert und angemessen adressiert.

Der Fall unterstreicht erneut die zentrale Bedeutung qualifizierter Wassersysteme für die pharmazeutische Herstellung. Experten weisen darauf hin, dass insbesondere bei nicht sterilen Arzneimitteln Wassersysteme häufig eine der Hauptquellen mikrobiologischer Kontaminationen darstellen. Entsprechend hoch sind die regulatorischen Erwartungen an Design, Betrieb und Überwachung solcher Anlagen.

Unternehmen, die Arzneimittel herstellen, können sich bei mikrobiologischen und hygienischen Fragestellungen extern unterstützen lassen. Das Leistungsspektrum reicht dabei von der Auswahl und Validierung geeigneter Prüfverfahren über die Festlegung von Grenzwerten bis hin zu Begehungen und Hygienekontrollen direkt vor Ort.

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