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02.01.2026 - Lebensmittel
Listeria monocytogenes – kein Ende in Sicht
Kurz vor den Feiertagen erfolgte bundesweit erneut ein als „freiwillig“ deklarierter öffentlicher Rückruf aufgrund des Nachweises von Listeria monocytogenes. Betroffen sind diesmal vorgeschnittene italienische Salami-Spezialitäten. Der aktuelle Fall reiht sich in eine Serie von Listerien-Nachweisen in verzehrfertigen Lebensmitteln ein und unterstreicht einmal mehr, dass das Thema Lebensmittelsicherheit in diesem Bereich weiterhin hochaktuell ist.
Insbesondere Aufschnittwaren wie Käse- und Wurstprodukte gelten als risikobehaftet, da sie häufig ohne weitere Erhitzung verzehrt werden. Der Slicing-Prozess stellt dabei einen kritischen Punkt dar: Selbst bei guter Rohwarenqualität können Listerien durch Schneideanlagen, Umgebungskeime oder unzureichende Hygienemaßnahmen in das Produkt gelangen und sich dort vermehren.
Auch aus Verbrauchersicht lohnt ein kritischer Blick. Die zunehmende Nachfrage nach vorgeschnittenen, verzehrfertigen Produkten zeigt, dass Bequemlichkeit häufig Vorrang hat – selbst wenn damit ein erhöhtes mikrobiologisches Risiko einhergeht. Das eigenständige Zuschneiden von Käse, Fisch oder Wurst erscheint vielen zu aufwendig. In manchen Haushalten – so wird augenzwinkernd gemunkelt – sind zudem die vorhandenen Messer nicht mehr ausreichend scharf.
Für Lebensmittelunternehmer bedeutet diese Entwicklung jedoch vor allem eines: erhöhte Verantwortung. Wir empfehlen dringend, Aufschnittware regelmäßig und gezielt auf Listeria monocytogenes zu untersuchen. Dies gilt sowohl im Rahmen der Eigenkontrolle als auch bei der Überprüfung von Herstellungsprozessen, Haltbarkeiten und Lagerbedingungen.
Besonders vor dem Hintergrund der sich ab 2026 weiter verschärfenden Obliegenheitspflichten für Lebensmittelunternehmer gewinnen sogenannte Challenge-Tests zusätzlich an Bedeutung. Sie sind ein zentrales Instrument, um das Wachstum von Listeria monocytogenes während der gesamten Haltbarkeitsdauer realistisch zu bewerten und rechtssicher zu dokumentieren.
Das BAV Institut unterstützt Sie hierbei umfassend: In unseren Newslettern, Blog-Beiträgen, News und FAQs haben wir die Anforderungen, Hintergründe und praktischen Umsetzungen von Challenge-Tests ausführlich erläutert. Darüber hinaus bieten wir validierte, molekularbiologische Schnellmethoden an, mit denen Listeria monocytogenes zuverlässig und effizient nachgewiesen werden kann.
Sprechen Sie uns an – unsere Kundenberater unterstützen Sie gerne bei allen Fragen rund um Listerienanalytik, Challenge-Tests und die Erfüllung regulatorischer Anforderungen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Öffentliche Lebensmittelwarnung:
https://www.lebensmittelwarnung.de/___lebensmittelwarnung.de/Meldungen/2025/12_Dezember/251223_14_HH_Salsiccia_Piccante_Affettata/251223_14_HH_Salsiccia_Piccante_Affettata.html - BAV Institut – Warum sind Challenge-Tests mit Listeria monocytogenes erforderlich? Teil 1
www.bav-institut.de/de/blog/warum-sind-challengetests-mit-listeria-monocytogenes-erforderlich - BAV Institut – Warum sind Challenge-Tests mit Listeria monocytogenes erforderlich? Teil 2
- Lebensmittelverband Deutschland e. V.
www.lebensmittelverband.de - Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – Listerien
https://www.bfr.bund.de/de/listerien-54356.html - Robert Koch-Institut (RKI) – Ratgeber Listeriose
https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Listeriose.html
